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Exkursion ins KZ Buchenwald


Am 21.02.2019 reiste die Klasse 9c gemeinsam mit der Klassenlehrerin Frau Schleicher und
Herrn Nickol mit dem Zug nach Weimar. Vom dortigen Bahnhof ging es mit dem Bus hoch
nach Buchenwald zum dort befindlichen ehemaligen Konzentrationslager der
Nationalsozialisten.

Dort angekommen gingen wir ein Stück des Weges zu Fuß, den die ankommenden
Häftlinge, größtenteils Juden, ebenfalls gehen mussten. Über den sogenannten
„Carachoweg“ ging es zum Lagertor.
Gleich zu Beginn erhielten wir einige wichtige Fakten von der uns begleitenden Frau, die
die Führung durchführte. So unter anderem, warum Buchenwald Buchenwald heißt und
dass das Lager 1937 im Auftrag der SS errichtet wurde. Es war das größte KZ auf dem
Gebiet des Deutschen Reiches, inklusive der vielen Nebenlager waren hier fast 280.000
Menschen inhaftiert. Mehr als 56.000 von ihnen wurden ermordet oder starben an
Erschöpfung und Krankheiten.
Im Gebäude, welches sich direkt an das Lagertor anschließt, konnten wir uns die
Arrestzellen anschauen. Es waren schaurige Minuten, denn die Vorstellung oder besser
Tatsache, dass dort vor einigen Jahrzehnten Menschen grausam gefoltert und auch getötet
wurden, ließ uns zum ersten, aber nicht letzten Mal an diesem Tag das Blut in den Adern
gefrieren.
In einem Raum des Torgebäudes haben ehemalige Häftlinge ein Modell des ganzen
ehemaligen KZ nachgebaut. Hier erfuhr unsere Klasse, was wofür war und welche Gebäude
heute noch stehen. Auch einige Geschichten von ehemaligen Häftlingen haben wir
nacherzählt bekommen.
Danach ging es weiter zum Appellplatz. Um diesen zu erreichen mussten wir durch das
Lagertor gehen. Zynisch der Spruch, den die Nazis anbrachten: „Jedem das Seine“. Sie
wollten damit gegenüber den Häftlingen zum Ausdruck bringen, dass sie genau das erleben
(müssen), was sie verdienen.
Der Appellplatz ist eine große offene Fläche. An unserem Exkursionstag war es kalt und der
Wind pfiff uns um die Ohren und unter unsere Kleidung. Wir waren allesamt warm
verpackt, aber auch hier die Vorstellung, wie die Häftlinge in ihrer dünnen Kleidung oft
stundenlange Appelle über sich ergehen lassen mussten, die uns erschauern ließ.
Als Nächstes ging es in ein Backsteingebäude. Hier war unter anderem der Sezierraum, in
dem Experimente auch an lebenden Menschen durchgeführt wurden. Wie herz- und
gewissenlos mussten die KZ-Ärzte wohl gewesen sein?
Wir sahen auch das Krematorium, in dem noch die sechs Brennkammern standen, wo die
getöteten Häftlinge zu Tausenden verbrannt wurden.
Ein weiteres Gebäude hatte die Tötungsanlage per Genickschuss nachgestellt. Hier wurde
unter anderem der Führer der KPD, Ernst Thälmann, unmittelbar nach seiner Ankunft im
Lager erschossen. Auch ca. 8.000 sowjetische Kriegsgefangene wurden in Buchenwald,
entgegen der Genfer Konvention, erschossen.
Zum Abschluss des Rundganges haben wir noch ein Denkmal gesehen. Auf diesem sind alle
Länder aufgeführt, deren Einwohner in Buchenwald inhaftiert waren bzw. dort getötet
wurden. Die Metallplatte, welche im Boden eigelassen ist, ist 365 Tage im Jahr auf
Körpertemperatur eingestellt, denn dies vereint alle Menschen miteinander.
Wir, die Klasse 9c, möchten uns an dieser Stelle bei unserer Klassenlehrerin Frau Schleicher
bedanken, die unser Interesse an diesem dunklen Kapitel der deutschen Geschichte für uns
so erlebbar machte.


Kimberly Schrader; 9c