„Nackt und Angezogen“ -
Abbeaner-Poeten slammen zu „Rose und Regen, Schwert und Wunde“

Wer bereits auf einer Bühne gestanden hat, kennt das Gefühl, das man besonders am Anfang spürt: Man fühlt sich gläsern, als ob die Menschen, die einen anschauen, alles über einen wissen. Ja fast schon nackt, obwohl man doch angezogen ist. Besonders dann, wenn man einen selbst geschriebenen Text vorträgt, der das Innere noch mehr durchscheinen lässt. Damit hat die Siegerin der diesjährigen Eisenacher Poetry-Slam-Schülermeisterschaft, Leonore W., mit ihrem Text „Nackt und Angezogen“, insbesondere aber mit ihrer Offenheit und Persönlichkeit, die sie dem Auftritt verlieh, das Publikum von sich überzeugt. Und das mit den einleitenden Worten ihrerseits: „Welche Überraschung, ich habe einen Text mitgebracht.“

Und darum ging es am vergangenen Freitag, dem 23.11., als das Landestheater Eisenach im Rahmen ihres Schauspiels „Rose und Regen, Schwert und Wunde“ zur Eisenacher Schülermeisterschaft im Poetry-Slam einlud. Dazu nahmen unter anderem 6 Schüler der 10. Klassen des Ernst-Abbe-Gymnasiums an einem vorbereitenden Tagesworkshop teil, in dem der Poetry-Slammer Matthias Klaß seine Erfahrungen zum Schreiben und Vortragen von Texten mit jungen Poeten aus ganz Eisenach teilte. Auch der bühnenerfahrene Künstler konnte sich am Abend nur symbolisch vor dem Mut der jungen Poetinnen verneigen, die sich mit ihren kurz zuvor geschriebenen Werken dem Publikum in einem Wettbewerb stellten. Sechs junge Damen, mit dabei die Abbeaner  Mira S., Leonore W. und Laura B., formulierten und präsentierten ihre Gefühle, ihre Perspektive auf die Gesellschaft und die Welt in einer sprachlichen Weise, die Lust auf mehr machte. Doch am Ende entscheidet beim Poetry-Slam immer das Publikum. In diesem Falle beeindruckte Leonore W. mit ihrem Werk und ihrem Auftritt am meisten. Zum Glück hatte sie einen Text mitgebracht!